Prinzessin Kathi und das Einhorn

Prinzessin Kathi und das Einhorn

Zuletzt aktualisiert am 18. Oktober 2020

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Das Einhorn wurde immer blasser und war kaum noch zu erkennen. Es sagte: „Du bist sehr unfreundlich, das mag ich nicht. Nicht jedes Wesen wird dir gehorchen, nur weil Dein Vater ein König ist. Wir Einhörner sind sehr friedliche Wesen und gehen sehr freundlich miteinander um!“ Im Nu verschwand das wundersame Geschöpf und hinterließ einen glitzernden Nebelschweif. Kathi stand ganz verdutzt da. Das jemand ihr nicht gehorchte, kannte sie bisher nicht.

Als sie in den Königspalast zurückkehrte verlangte sie von ihrem Vater, dass er ihr das seltsame Einhorn einfangen sollte. „Vater, ich will dieses glitzernde Zauberwesen unbedingt besitzen. Es sieht so wundervoll aus!“ Darauf sagte der König: „Liebe Kathi, das würde ich gern tun, nur diesen Wunsch kann ich dir ausnahmsweise nicht erfüllen. Zauberwesen lassen sich nicht einfangen. Deren Aufmerksamkeit muss man sich verdienen.“ Nachdenklich ging Kathi in ihr Zimmer.

Bei jedem Ausflug in den Wald besuchte Kathi erneut die Lichtung. Sie wollte das Wesen unbedingt wiedersehen. Sie versuchte es mit Leckereien anzulocken, aber das Einhorn ließ sich einfach nicht blicken.

Nachts träumte sie davon, wie sie auf dem weißen Rücken des Einhorns durch den Wald ritt und an der geheimen Versammlung der Einhörner teilnehmen durfte. Sie staunte, wie höflich und liebenswürdig alle Einhörner miteinander umgingen. Doch dann veränderte sich der Traum. Kathi sah sich in ihrem Traum plötzlich selbst. Sie sah, wie sie einen der Diener anschrie und wie herablassend sie mit den Schneiderinnen umging. Kathi wachte aus ihrem Traum auf und konnte nicht mehr einschlafen. Sie grübelte die ganze Nacht und nahm sich ganz fest vor, ab dem nächsten Morgen eine bessere Prinzessin zu sein.

Am nächsten Morgen wachte sie früh auf und zog das schlichteste Kleid an, das sie besaß. Sie rannte die vielen Treppen zum Speisesaal herunter und setzte sich an den riesigen Tisch, der nur für sie gedeckt war. Kathi merkte, dass sie gar keinen Hunger hatte und lief zur Küche. „Guten Morgen Mathilda, du brauchst mir heute kein Frühstück zu machen. Mir reicht für heute Morgen ein Apfel und ein Glas Milch völlig aus. Die Küchenhilfe sah die anderen Angestellten an und konnte ihren Ohren kaum trauen. Kathi schnappte sich den Apfel und die Milch und lief eilig hinaus.

Dort traf sie den Kutscher, der bereits die Pferde fütterte und für den Ausritt bereit machte. „Hallo Benjamin, darf ich dir beim Füttern der Pferde helfen?“ Ohne die Antwort von Benjamin abzuwarten, hatte eines der Pferde Kathis Apfel bereits verputzt. „Super! Das macht ja richtig viel Spaß!“ rief Kathi fröhlich.

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