Der nachdenkliche Löwe Ludwig

Der nachdenkliche Löwe Ludwig

Schon von weitem hört man das Kichern und schrillende Lachen von Susi dem Zebra und Gunnar dem Erdmännchen.

Die beiden rasen durch das trockene Gras und wirbeln dabei ordentlich Staub und Sand auf.

Völlig außer Puste rennen sie zu dem schattigen Plätzchen, an dem es sich der Löwe Ludwig bequem gemacht hat.

„Hey Ludwig! Steh endlich auf und spiel eine Runde mit“,  rief Susi.

Gunnar ringt nach Luft und legt sich zu Ludwig unter den Baum. „Was ist denn wieder los, Ludwig? Über was denkst du wieder nach?“

Der Löwe Ludwig grübelt. So genau weiß er gar nicht, über was er gerade nachgedacht hat. Er brummelt: „Spielt doch einfach ohne mich weiter. Ich habe hier noch einiges zu tun.“

Susi und Gunnar schauen sich fragend an: „Aber Ludwig, du hast doch gar nichts zu tun. Du verpasst ja den ganzen Tag, wenn du so weiter machst.“

„Können wir dir vielleicht helfen, bei dem, was du so zu tun hast? Wir könnten ja zu dritt überlegen?“

Doch der Löwe Ludwig will die Hilfe der beiden nicht annehmen.

„Freunde halten immer zusammen! Und wenn du uns nicht erzählst, was dir auf dem Herzen liegt, dann kitzeln wir dich so lange, bis du es uns sagst.“

Susi und Gunnar kichern bei der Vorstellung, wie sie Ludwig am Bauch kitzeln würden.

„Na gut! Meinetwegen erzähle ich es euch. Mir ist ein großes Missgeschick passiert.

Als ich gestern bei meiner Großmutter zu Besuch war, habe ich mit meinem kleinen Cousin Fangen gespielt. Ich war kurz davor, den flinken Kerl endlich zu schnappen, als ich plötzlich über eine Baumwurzel stolperte. Ich hörte es scheppern und klirren. Als ich mich umdrehte, sah ich Omas liebste Teekanne in tausend Einzelteilen auf dem Boden liegen.“

„War sie sehr böse?“, fragt Susi und guckt Ludwig mittleidig an.

„Nein, böse war sie gar nicht. Sie sagte, es wäre nicht so schlimm. Aber ich weiß ja, wie sehr sie ihre Teekanne mochte.“ Der Löwe Ludwig wirkt jetzt noch trauriger.

„Genug getrauert!“, quietscht Gunnar. Es sollte ja wohl möglich sein, das gute Stück wieder auf Vordermann zu bringen. Deine Oma wird gar keinen Unterschied zu vorher erkennen.“

Ludwig holt das Säckchen mit den einzelnen Scherben hervor. Gunnar besorgt Kleber und einen Pinsel und im Nu haben sie die Teekanne wieder zusammen geklebt.

„Naja, wie neu sieht sie nicht aus. Aber deine Oma wird sich bestimmt trotzdem sehr freuen!“ Susi und Gunnar betrachten optimistisch die zusammengeflickte Teekanne.

„Kommt, wir bringen es hinter uns!“, brummelt der Löwe Ludwig.

Zu dritt machen sie sich auf den Weg. Bereits am Gartentor werden sie von Ludwigs Oma begrüßt: „Hallo ihr drei, wollt ihr ein Stück Kuchen mit mir essen? Ich habe noch ein paar Stücke von gestern übrig. Saft und Wasser kann ich euch ebenfalls anbieten.“

„Ich hätte gerne einen Tee und die passende Kanne habe ich auch dabei!“ Ludwig strahlt als er seiner Oma die zusammengeklebte Teekanne überreicht.

„Ihr drei seid großartig! Diese Kanne ist schon uralt und gehörte zuvor meiner Großmutter. Danke, dass ihr sie repariert habt! Und nun gibt es ein Stück Kuchen. Nehmt Platz!“

Der Löwe Ludwig lächelt und muss jetzt nicht mehr nachdenklich sein.

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