Kater Leo und das Musikzimmer

Kater Leo und das Musikzimmer

Zuletzt aktualisiert am 25. November 2020

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Leo führte hier ein schönes Katerleben und wusste es sehr zu schätzen. Im Grunde hatte Leo auch nichts gegen Musik. Im Gegenteil, manchmal konnte er dabei richtig entspannen und ganz leise im Takt mitschnurren.

Nur das hier, war einfach zu viel. Wie so oft musste Leo sich schleunigst etwas überlegen und etwas tun, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Schließlich musste er jetzt auch sein Territorium verteidigen. Sie sollten es doch bitte merken, dass es ihn hier, in der unmittelbaren Nähe seines Meditations-Plätzchens, sehr störte.

Langsam füllte sich das Zimmer wieder und ein paar Leute nahmen auf den Stühlen Platz und fingen an, die Musikinstrumente zu stimmen. Wer als Unbeteiligter dabei nicht die Nerven verlieren würde, war Leo unbegreiflich. Leo musste sofort tätig werden, das war klar. 

Er begann der Reihe nach, um die Beine der Menschen zu schleichen. So machte er das immer, wenn er sich bei jemandem einschmeicheln wollte. Heute allerdings war er viel robuster unterwegs. Während er so um die Beine der Menschen herumschlich, lösten sich immer mehr kleine Haarwolken aus seinem Fell.

Es dauerte nicht lange, da hörte er die erste Ermahnung: „Leo! Was soll das? Du siehst doch, dass wir musizieren.“

Eine Frau begann ständig zu niesen und ein Mann guckte immer an seinem Bein herunter. Einer meinte sogar: „Komisch, ich hatte meine Trompete doch erst gereinigt, die fühlt sich irgendwie verstopft an.“ Dennoch machten sie fleißig weiter.

Da diese Methode scheinbar nicht half, fing Leo an, ganz laut zur Musik zu miauen. Er dachte, man würde ihn nicht mehr hören. Doch als er selbst kaum noch bei Stimme war, rief einer aus dem Kreis: „Leute!! Was ist bloß mit eurer Katze los? Man kann sich hier ja gar nicht konzentrieren.“

„Ich bin ein Kater und keine Katze!“, guckte Leo den Menschen ganz grimmig an. Allerdings hatte er auch keine Kraft mehr zum Weitermiauen.

Er hörte noch, wie seine Menschen sich für ihn entschuldigten, in etwa so: „Sonst ist er gar nicht so und wir wissen auch nicht was er heute hat.“ 

„Na, zumindest verteidigen sie mich. Das ist ein gutes Zeichen!“, stellte Leo fest.

Immer dann, wenn seine Menschen sehr beschäftigt waren, vergaßen sie oftmals alles um sich herum. Sogar seine festen Essenszeiten, die sonst sehr strikt eingehalten wurden.

Leo schlenderte zu seinem Napf, schubste ihn mit der Pfote an, um zu demonstrieren, dass er jetzt Hunger hatte. Der Napf kippte um und gab auf dem Fliesenboden ein klirrendes, metallisches Geräusch von sich. „Puh! Zum Glück war er leer“, ging es dem Kater durch den Kopf, da er normalerweise sehr behutsam und vorsichtig war.

Ein Gastmusikant drehte sich kurz um, aber das Geklimper der Musiker war einfach noch lauter.

„Was soll ich bloß noch anstellen, damit sie endlich aufhören?“ dachte Leo.

Er könnte sich ganz einfach zurückziehen. Es gab genug Zimmer in diesem Haus. Aber so leicht wollte Leo den Kampf um sein Lieblingszimmer noch nicht aufgeben.

–> Fortsetzung auf der nächsten Seite

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