Hund Struppel und die kleine Raupe

Hund Struppel und die kleine Raupe

Zuletzt aktualisiert am 18. Oktober 2020

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Plötzlich ruckelte es kurz und der Trecker hielt an. Der Fahrer öffnete die Ladefläche und entdeckte den kleinen Welpen zwischen den vielen Obstkisten. „Was machst du denn hier, Struppel?“, fragte der Fahrer ganz erstaunt. Er nahm Struppel von der Ladefläche und gab ihm etwas zu trinken. „Du bist mir vielleicht ein kleiner Ausreißer. Du wirst sicher schon auf dem Hof vermisst! Solange ich die Kisten ablade und alle Äpfel zur Saftpresse bringe, wartest Du hier auf mich, ok? Danach machen wir uns auf den Weg nach Hause. Es wird auch nicht allzu lange dauern“, sagte der Fahrer und machte sich an die Arbeit.

Struppel wurde ganz mulmig zumute. Vor Aufregung richtete sich sein strubbeliges Fell in alle Richtungen auf. Er hatte schon oft beobachtet, was mit den Äpfeln in der Halle passierte. Sie wurden auf ein Laufband geschüttet und dann gewaschen und von einer großen Maschine zerdrückt. Am Ende kam goldgelber Apfelsaft aus der Presse und wurde in schöne Flaschen gefüllt. „Die kleine Raupe darf auf keinen Fall in der Saftpresse landen! Ich muss sie unbedingt retten!“, dachte sich Struppel aufgeregt. Er begann die kleine Raupe in jeder Kiste zu suchen, die vom Fahrer abgeladen wurde. „Was machst du da nur?“, murmelte der Treckerfahrer. Doch Struppel setzte seinen unschuldigen Welpenblick auf, sodass der Fahrer ihm nicht böse sein konnte.

Fast hätte Struppel die Hoffnung aufgegeben, die kleine Raupe noch zu finden. Hechelnd beschnüffelte er die noch verbleibenden Kisten. Als die vorletzte Kiste abgeladen wurde und der kleine Welpe nur noch ganz traurig einen Blick darauf warf, sah er ein kleines grünes Köpfchen aus einem Apfel herausgucken. Ganz flink lief er dorthin und sah, dass die Raupe immer noch schlief. „Welch ein Glück!“, freute sich Struppel. Er bellte ganz laut und stieß sie mit der kleinen Pfote vorsichtig an. „Wach sofort auf, sonst wird Saft aus Dir gemacht!“, rief er ganz aufgeregt. Die Raupe rekelte sich ganz gemütlich und fragte: „Was ist denn los?“ „Das erzähl ich Dir alles später. Krieche schnell auf meinen Rücken und dann nichts wie weg hier!“

Als die letzte Kiste abgeladen wurde, waren Struppel und die Raupe längst verschwunden und beobachteten alles aus sicherer Entfernung. Struppel erzählte der Raupe, was während ihres Mittagsschlafs passiert war. „Ich bin so froh, dich noch rechtzeitig gefunden zu haben! Jetzt können wir immer zusammen spielen“, sagte Struppel freudig. Der kleinen Raupe wurde bewusst, welcher Gefahr sie durch Struppel entkommen war. „Du bist mein Held und der beste Freund, den man sich wünschen kann!“, sagte sie. „Es geht jetzt nach Hause!“, rief der Fahrer. Struppel lief glücklich zurück zum Trecker. Die kleine Raupe war in seinem Fell versteckt und so fuhren sie glücklich zurück zum Hof.

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