Das fliegende Schweinchen Rosi

Das fliegende Schweinchen Rosi

Zuletzt aktualisiert am 18. Oktober 2020

Rosi freute sich schon seit Wochen auf ihren fünften Geburtstag. Ihr größter Wunsch war es, eine Geburtstagsparty mit all ihren Freunden zu feiern. Die Aufregung stieg mit jedem Tag, weil sie bei allen Vorbereitungen helfen durfte.

Rosis Mama konnte die leckersten Kuchen der ganzen Welt backen und probierte gerne neue Rezepte aus. Es roch köstlich aus dem Haus der Schweinchen. Zum Geburtstag sollte es verschiedene Kuchensorten geben. Einen Schokoladenkuchen, einen Käsekuchen und einen Erdbeerkuchen.

Rosi überlegte, wie sie das Haus und den Garten schmücken könnte und welche Einladungskarten sie basteln würde. Auf jeden Fall wollte sie jeden Gast persönlich einladen. Nun kramte sie in ihrem Zimmer in den Schubladen und fand eine Tüte voller knallbunter Luftballons.

„Genau, so mache ich das”, überlegte sie, als sie die bunten Ballons vor sich sah. „Wenn ich die Einladungskarten verteile, bekommt jeder einen Luftballon dazu. Und wenn sie zu meiner Party kommen, dann pusten wir sie alle gemeinsam auf und schmücken zusammen den Garten.”

Rosis Mama half ihr beim Basteln und Schreiben der Karten und dann gingen sie beide mit einem Korb auf ein Feld, um Erdbeeren zu sammeln. Rosi verteilte die Einladungen, sobald sie an den Häusern ihrer Freunde vorbeikamen.

Schon am nächsten Morgen wurde sie mit einem Geburtstagslied und einem kleinen Erdbeerkuchen geweckt, auf dem fünf bunte Kerzen fröhlich brannten. Der Tisch war festlich gedeckt und Oma und Opa waren auch schon da. Auf dem Gabentisch lagen schön verpackte Geschenke. Rosi freute sich sehr. Besonders freute sie sich über den neuen Tretroller, den sie sofort ausprobieren wollte.

Auf einem abgelegenen Weg übte sie das Gleichgewicht zu halten. Und schon bald gelang es ihr, ziemlich sicher auf dem Tretroller zu fahren. Dabei vergaß sie so sehr die Zeit, dass ihr plötzlich schon die ersten Gäste entgegenkamen. Ganz stolz blieb sie auf ihrem neuen Roller stehen und führte ihren Freunden die neuen Kunststücke vor.

Der kleine Hase Friedrich hatte seinen Luftballon schon aufgepustet und hielt ihn hoch in die Luft. Der Igel hatte es ihm gleichgetan und kam mit einem roten Ballon daher. Die Maus hatte einen gelben Ballon dabei. Der Dachs, der Fuchs und das Eichhörnchen kamen mit ihren blauen, grünen und orangen Ballons hinterhergelaufen.

Freudig kamen sie auf Rosi zu und gratulierten ihr ganz herzlich. Danach überreichten sie ihre Geschenke. Um die Pfoten frei zu haben, band jeder der Reihe nach seinen bunten Luftballon an Rosis Roller. Eine bunte Traube an Ballons schmückte den Tretroller schon, da kam die Maus und wollte ihren Ballon ebenfalls festbinden.

Eine kleine Windböe reichte aus und Rosi erhob sich mit ihrem Roller in die Lüfte. Die Maus war noch dabei den Knoten festzubinden und klammerte sich nun mit letzter Kraft an den Lenker. Sie stiegen immer höher und schon bald befanden sie sich über dem Dach des kleinen Häuschens.

Erst jetzt sahen sie, dass der Hase Friedrich, der den Roller festzuhalten versuchte, auch noch am Roller hing. Ihm standen vor lauter Angst die Ohren zu Berge. Der Igel, der auch helfen wollte, hielt sich an der Hinterpfote des Hasen fest. Zu einem stachligen Knäuel eingerollt, wagte er keinen Blick nach unten.

Rosi, die als erste die Fassung erlangte, rief: „Haltet euch alle gut fest! Ich ziehe euch jetzt hoch!” Sie reichte dem Hasen die Pfote und zog den Hasen und den Igel nach oben. Nun standen sie zu viert auf dem Roller und schwebten über ihrem Dorf.

Allmählich entspannten sich alle etwas. „Wie schön doch alles von oben aussieht und es ist alles so klitzeklein”, sagte das Mäuschen. „Aber wie kommen wir bloß wieder runter?”, jammerte der kleine Hase.

Währenddessen reckten alle Geburtstagsgäste die Köpfe zum Himmel und beobachteten ängstlich und sprachlos das Geschehen. Bis Oma und Mama gleichzeitig riefen: „Hoffentlich fallen sie nicht runter!”

„So etwas habe ich noch nicht erlebt”, meinte Opa. „Wir müssen uns dringend etwas einfallen lassen”, sagte Rosis Papa. Der Dachs, der Fuchs und das Eichhörnchen liefen ganz nervös am Boden hin und her.

Aber dann geschah etwas, womit keiner gerechnet hatte. Ein klitzekleiner Spatz flog an den seltsamen Ballonfahrern vorbei. Er umrundete sie mehrmals. Der Spatz fragte: „Kann ich Euch helfen? Ihr seht nicht sehr glücklich hier oben aus.” „Wir brauchen Hilfe, aber du bist doch viel zu klein!”, meinte Rosi. „Wartet mal ab”, piepste der kleine Spatz und begann seine kleinen Flügel kräftig zu schlagen.

Mit großem Schwung flog er auf einen Luftballon zu und piekste ihn mit seinem spitzen Schnabel an. Es gab einen Riesenknall und sofort sank der Roller mit seinen Passagieren ein kleines Stückchen nach unten. Dann nahm er sich den nächsten Luftballon vor und so machte er weiter bis nur noch drei Ballons übrig waren. Stück für Stück näherten sie sich dem Boden und landeten schließlich ganz sanft auf einer Wiese.

„Danke lieber Spatz, ohne dich hätten wir es nie geschafft”, riefen alle miteinander. Als Dank wurde der Spatz von Rosi zum mitfeiern eingeladen. Nun rollten und liefen und flogen sie auf die wartenden Geburtstagsgäste zu. Dort waren alle sehr glücklich und erleichtert, dass keinem etwas zugestoßen war. Unter lautem Lachen gingen sie gemeinsam zum Schweinchenhaus und freuten sich auf die Geburtstagsparty.

Als alle am Tisch Platz gefunden hatten, sagte Rosi: „Die Luftballonfahrt hatte ich mir eigentlich gar nicht gewünscht. Aber es war die schönste Geburtstagsüberraschung, die ich mir hätte vorstellen können!”

Link zum Buch unserer 23 schönsten Gute Nacht Geschichten

2 Kommentare zu „Das fliegende Schweinchen Rosi“

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.